Präsentation in der p.m.k.

Schön war unsere Präsentation in der p.m.k.!

Herzlichen Dank an alle, die dabei waren, für die Glückwünsche, für die Unterstzützung, für das Interesse, fürs Dasein!

Danke auch für die Unterschrifte! Wir haben ganz viele gesammelt und hoffen, dass es gleich Mal Aina und Varsenik damit helfen können.

Hir ein  Foto von Shabanali von der Präsenation, mehr auf facebook unter „Shaw Photo“

Coming soon  …. werden wir hier alle Sendungen einbetten!

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Der stille Krieg gegen die Flüchtlinge

Ein Dokumentar gedreht im diesjährigen Weltsozialforum, in Tunis, Ende März. Über ein Krieg, der Europa Menschen erklärt hat, und über den wenig in den Medien zu hören ist. Ein Krieg gegen Menschen, die versuchen, europäischen Boden zu erlangen.

Artikel 13 Punkt 2 der „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ vom 10. Dezember 1948:

Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.

… so viel dazu.

Gäste:
Alessane Dicko, Vereinigung der Vertriebenen aus Mali (AME)
Yayi Bayam Diouf, Frauenkollektiv COFLEC, Senegal
Sinda Garziz, Bewegung „Article 13“, Tunesien
Charles Heller, Watch the Med, GB/Tunesien
Abdul Kadir, Flüchtling aus dem Tschad im Lager Choucha, Tunesien
Judith Kopp, Pro Asyl, Frankfurt/M.
Firoze Manji, Chefredakteur von Pambazuka Press, Nairobi; ehem. Direktor von Amnesty International Afrika
Tobias Pflüger, Informationsstelle Militarisierung, Tübingen
Gefördert von der Stiftung Nord-Süd-Brücken mit Mitteln des BMZ.

Quelle: www.kontext-tv.de kontext_tv_banner_kl_0 Juli 2013

“Wir bleiben!” und drücken auf REC

Das Geläut der Wiener Votivkirche schafft seit Dezember 2012 österreichweit Gehör. Sie ist fortan mehr als ein religiöses Symbol. Denn vor und in der zweithöchsten Kirche Wiens haben Flüchtlinge, die in Österreich Asyl ersuchen, ein Zeichen für Partizipation gesetzt.

Die Votivkirche wurde auch zum Symbol für Veränderung in der Österreichischen Asylpolitik. Politisch wird die Asylpolitik zwar stärker als bisher für blanken Populismus und als strategisches Instrument im Wahlkampf missbraucht, aber der zivile Gegenwind, der den politisch Verantwortlichen entgegenbläst, wird stärker.

Während die Innenministerin tagelang die “Außerlandesbringung” von pakistanischen Flüchtlingen verteidigte, ihnen Schlepperei unterstellte und jeden Zusammenhang mit dem Kampf um jede WählerInnen-Stimme abstritt, haben bereits über 18.000 Menschen eine Petition “Gegen Unmenschlichkeit” unterschrieben, die sich gegen Abschiebung und für das Recht auf Arbeit und Bildung ausspricht.

Während der Ungarn-Krise 1956 fanden über 170.000 Menschen Schutz in Österreich. In den 90er Jahren, während des Bosnien-Krieges, wurden 90.000 Vertriebene aufgenommen. Obwohl in den vergangenen Jahren jährlich zwischen 11.000 und 17.500 Menschen Asyl in Österreich beantragten – für österreichische Verhältnisse eine sehr geringe Zahl – tut sich Österreich immer schwerer Menschen auf der Flucht zu unterstützen. Die Volksstimmung vorschiebend wird die Asylgesetzgebung immer restriktiver, die Nächstenliebe auf “uns Österreicher” begrenzt und die Festung um Österreich immer höher gezogen.

Doch mit der Refugee-Bewegung, die aus dem Refugee-Camp im Sigmund-Freud-Park entstanden ist, hat der zivile Widerstand gegen diese österreichische Asylpolitik eine neue Dimension erreicht. Es hat sich zwar der Umgang mit AsylwerberInnen nicht verändert, sehr wohl aber die Art und Weise wie über Flüchtlinge gesprochen wird. Wenn Menschen nach Österreich flüchten, werden ihnen die meisten Rechte entzogen. Sie haben kein Recht mehr auf Arbeit oder Bildung, aber ihr Recht auf freie Meinungsäußerung fordern sie nun ein. Sie schaffen sich und ihrer Situation Gehör. Mischen sich ein in den gesellschaftlichen Diskurs. Sie lassen sich nicht mehr als Opfer oder Kriminelle abstempeln. Sie halten Transparente hoch, sind im öffentlichen Raum sichtbar und vermitteln ihre Forderungen.

Nichts anders als fundamentale Menschenrechte fordern sie. Rechte, die ihnen die österreichische und europäische Politik verweigert. Sie wollen, unter anderem, einer bezahlten Arbeit nachgehen und den Wohnort während des Asylverfahrens bestimmen dürfen. Sie fordern auch ein besseres Grundversorgungssystem, wie etwa menschenwürdige Unterkünfte statt Container. Während MenschenrechtsaktivistInnen an den Rand rücken, kommen Asylsuchende zu Wort, sprechen für sich selber und nutzen dabei eine Freiheit, die ihnen nicht entzogen werden kann, nämlich jene auf freie Meinungsäußerung. Sie zeigen mit dem Finger auf Unstimmigkeiten und Ungerechtigkeiten im Asylverfahren. Sie sagen, laut und deutlich, was sie brauchen und was ihnen fehlt. Sie erkennen, dass Selbstorganisierung eine Stärke ist. Durch Protest mischen sie sich ein und werden als Teil der Gesellschaft wahrgenommen.

Die Flüchtlinge aus dem Refugee-Camp haben sich Kompetenzen angeeignet, haben sich in das österreichische und europäische Asylrecht eingearbeitet. Es mit ihrem Protest sogar geschafft ins Innenministerium vorgeladen zu werden. Doch auch schnell erkannt, dass ein Wahljahr ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt ist, um politische Veränderungen zu erwirken.

Ob ein Flüchtling in Österreich Asyl bekommt oder nicht, ist sehr vom Grad der Integration abhängig. Aber die Behörden, die Integration verlangen, sind dieselben, die Integration behindern. Nehmen wir beispielsweise die Kenntnis der deutschen Sprache, die eine wichtige Voraussetzung ist, um Asyl zu erlangen. Da Flüchtlinge jedoch nicht einmal das Recht auf leistbare Deutschkurse haben, können sie schwerlich diese Voraussetzung erfüllen. Umsoweniger, weil sie keiner Arbeit nachgehen dürfen und sich deswegen die Deutschkurse nicht leisten können.

Von diesen und anderen Hindernissen im Asylverfahren können Flüchtlinge ein Lied singen. Zurzeit sind es in Tirol über 1500 Menschen, die unter diesen widrigen Bedingungen leben. Sie warten auf einen Asylbescheid und sind währendessen oft über Jahre in überfüllten Asylheimen einquartiert, als hätte jemand ihr Leben auf Pause gedrückt.

Um gegen diese Ungerechtigkeiten zu steuern hat FREIRAD 105.9 das Projekt „Wir bleiben!“ ins Leben gerufen. Zehn Asylsuchende aus Armenien, Tschetschenien, Afghanistan und aus dem Irak bilden seit April ein Redaktionsteam. Sie arbeiten an 10 Radiosendungen, in denen wichtige Auskünfte für den Aufenthalt und bestenfalls für das Dableiben von Asylsuchenden zu hören sind. Diese etwa 10 Minuten lange Sendungen werden in fünf Sprachen übersetzt: Arabisch, Englisch, Dari, Russisch und Französisch. Mit dem deutschsprachigen Teil sollen Menschen ohne Fluchtgeschichte für die Themen Flucht, Migration und Asyl sensibilisiert werden. Die Sendungen werden nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch von ihnen produziert. Somit ist Integration durch Partizipation eine wesentliche Komponente dieses Projektes.

Die journalistische Arbeit führten Flüchtlinge durch. Sie haben recherchiert, Interviews gemacht und diese geschnitten. Sie bestimmten über den Inhalt der Sendungen und gestalten die Radiobeiträge selber. Wo sind günstige Deutschkurse für Flüchtlinge in Innsbruck zu finden? Wie können Menschen, die aufgrund der sexuellen Orientierung flüchten mussten, Hilfe bekommen? Oder etwa: Wo kann man in Innsbruck Unterstüzung bekommen bei der Vorbereitung für die Einvernahme im Bundesasylamt? – Diese und andere Fragen haben sie sich gestellt, Antworte darauf gefunden und in Radiobeiträgen aufbereitet.

Die Präsentation von “Wir bleiben!” findet am Donnerstag, dem 24. Oktober in der p.m.k. in Innsbruck statt. Die Ausstrahlung der 10 Sendungen beginnt am Freitag den 25. Oktober, fortan sind sie freitags und samstags jeweils um 13 Uhr, insgesamt 5 Wochen lang auf FREIRAD 105.9 zu hören.

„Wir bleiben!“ ist nicht das einzige Projekt, das zurzeit Flüchtlingen eine Stimme verleihen möchte. In Vorarlberg werden 13 Jugendliche selbst zu Medien-Machern und lernen über den Sommer 2013 in Radio-, Video- und Blogworkshops von und mit ExpertInnen. Und die Plattform Rechtsberatung hat einen Videowegweiser erstellt, der bildlich einfach den Weg durch das Asylverfahren in sechs Sprachen erklärt (http://www.plattform-rechtsberatung.at).

Auch wenn diese Flüchtlinge nicht arbeiten, nicht selber entscheiden wo sie wohnen und leben dürfen, dürfen sie zweifellos ein Mikrophon in die Hand nehmen, Interviews machen und das aussprechen, was sie gerade zu sagen haben. Denn das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht unserer Demokratie. Und auch wenn sich die österreichische Asylpolitik nach der Wahl nicht grundlegend verändern wird, können wir doch ein wenig zum Wandel beitragen, indem wir Menschen die in Österreich Schutz suchen eine Stimme geben und sie selbst zu Wort kommen lassen. 

Sendetermine “Wir bleiben!”:

von 25.10. – 23.11.:  jeden Freitag und Samstag um 13 Uhr

(Wiederholungen von 29.11. – 30.01.14: jeden Freitag um 13 Uhr)

LANGE NACHT “Wir bleiben!”:

Alle Beiträge laufen gesammelt in der Nacht vom 8. auf den 9. Dezember von 22 bis 8 Uhr!!

Sónia Melo und Juliane Nagiller, für die Programmzeitung Oktober bis Dezember des Freirad 105,9